Töpfermesse in Marratxí 5.-13.3.2016

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Anfang März jedes Jahr packen die Töpfer auf den Balearen ihre Tonwaren in Zeitungspapier ein und ziehen auf die Messe nach Marratxi. Warum gerade Marratxi? Das Geheimnis liegt unter der Erde. Ganz in der Nähe der Ausstellung befinden sich die Dörfer Sa Cabaneta und Portol. Die Erde dort ist rot und ideal zum Formen und Brennen vom Ton.

Innehalb der Töpfermesse sind auch Austellungen über die Geschichte über die mit Strichen verziehrten Keramik zu sehen.  Vielleicht fregen Sie sich auch, ob es stimmt, dass die Majolika-Keramik aus Mallorca stammt. Bei der Majolika-Technik wir die Pinsel auf die noch nasse Glasur aufgetragen. Sie entstand jedoch in Italien und es war ein Bedürfniss des italienischen Marktes Porzelan nachzuamen und es mit einem fremdartigen Namen zu versehen..

Die Wasserkrüge “Peras” sind Behälter, in denen das Wasser kühl gehalten worden ist, bevor es Kühlschränke gab. Die Keramik ist hier porös, unglasiert. Steht so ein Krug an einem kühlen windigen Ort, so entsteht eine Verdunstung. Das bleibt auch bei der heissen Jahreszeit frisch. Aus ähnlichem Material sind die Blumentöpfe hergestellt, die ja auch luft- und wasserdurchlässig sind.

Ampforen waren die Transportgefässe der römischen Eroberer. Sie hatten kein Standboden, waren vorwiegend zum Transport bestimmt. Die “alfabis” sind arabischen Ursprungs, sie dienten als Vorratsgefässe für Öl, Wein und Wasser.

Das wichtigste Gerät in der mallorquinischen Küche ist die “greixonera”. Es gibt sie in den verschiedensten Grössen und sie ist immer rund. Doch ist es nicht der Ton oder die Brennung, die die greixonera wasserdicht macht, sondern die durchsichtige Glasur. Man kann sie auf dem Gasherd und im Backofen benutzen.

Auch auf Mallorca gab es den Beruf des Fesselflickers. Sie zogen vom Haus zu Haus umd die angebrochenen greixoneras mit dem Drat zu retten. Heute gibt es greixoneras gleich mit Dratgeflecht gekauft, das macht die Schüssel in sich viel stabiler.

Aber das Wahrzeichen der mallorquinischen Töpferei ist das kleine Siruell, das Tonpfeifchen. Es gibt weibliche und männliche Figuren, die Grundierung ist immer weiss, es variieren die Farbtupfe und Farbkombinationen. Der Siruell diente als Inspiration auch dem Maler Joan Miró. Er schuff Fantasiegestalten ohne sich alt zu sehr von der Urform der Siruell zu entfernen. So ging die kleine Tonflöte in die Geschichte der modernen Kunst ein.

Die Töpfer nennen die ungebrannte Keramik “Scherben”. Beim altäglichen Gebrauch geht so manches Gute Stück zu Bruch und so bleiben am Ende wieder Scherben. Die Keramik wird ersetzt, ein neuer Kreislauf beginnt und nächstes Jahr gibt es im März wieder eine neue Töpfermesse in Marratxi.

Töpfermesse in Marratxí 5.-13.3.2016

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