Mauren und Christen in Sóller 9.5.2016

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So ganz historisch verläuft der Tag der Mauren und Christen jedes Jahr, diesmal am Montag den 14. Mai, nicht. Den Anlass für das Spektakel der Neuzeit gab die Erneuerung der Herrschaft der Türken über das Mittelmeer Ende des 15. Jahrhunderts. Von Nordafrika aus starteten sie ihre Seeräuberzüge ins westliche Mittelmeer. Der Versuch Karls von Habsburg zusammen mit Aragon, den Balearen und Kastilien die Piraten in einer Seeschlacht zu besiegen schlug fehl. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts war kein Küstenstück vor Plünderungen sicher. Davon konnten auch die Einwohner von Alcúdia, Andratx, Pollença und Sóller ein Lied singen. Bis heute zeugen die rund um die Insel verstreuten Atalayas, die Wachtürme vor der Bedrohung durch die Seeräuber.

Die Sóllerics feiern an jedem 11. Mai den glücklichen Ausgang einer Schlacht aus dem Jahre 1561. Wie es genau zu dem Sieg kam, weiss zumindest von den Jugendlichen heute keiner mehr. Aber auf jeden Fall wollen alle die Türken sein, die prima schwarz angemalt sind, Frauen verfolgen und Schiff fahren dürfen. Weit nach 15 Uhr, dem angekündigten Startschuss, fahren die Moros dann endlich hinaus in die weite See, um gleich darauf unter Verwünschungen zurückzukehren. Am Strand warten schon die Christen, die ihre Flinten mit selbstgemixtem Schiesspulver füllen und fleissig in die Luft ballern. Die mallorquinischen Frauen halten sich zuerst noch etwas abseits und singen ihre Kampflieder. Den tapferen Frauen von Sóller sagt man nach, letztendlich für den Sieg gegen die Türken verantwortlich zu sein. Sie haben in dem Moment angegriffen, als ihre Männer zu unterliegen drohten.

Als Besucher sollte man das Spektakel mit Humor nehmen und das teure Capy aus dem Seglerladen lieber zuhause lassen…

Mauren und Christen in Sóller 9.5.2016

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