Can Picafort und Colonia San Pedro

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Im 19. Jahrhundert wurden an den Küstenstreifen des Gemeindegebietes die ersten Fischerhäuschen errichtet. Der Ort wurde Ca’n Picafort genannt. Ungeklärt ist, woher der Name stammt. Es könnte sein, dass man dort versucht hat, einen Steinbruch zu errichten. Das „stark schlagen“, auf spanisch „pica fort“, könnte darauf zurückzuführen sein.

Im Jahre 1860 kaufte sich der Arzt von Santa Margalida eines der damals noch als nutzlos geltenden Grundstücke am Meer und baute sich dort eine Sommerresidenz. Anfang des XIX. Jahrhunderts gab es immer mehr Begüterte auch aus Muro, Petra und Inca, die sich am Beginn des heutigen Ortskerns Ca’n Picafort’s in Son Bauló Ferienhäuser erstellen liessen. 1950 wurden bei der Gemeinde die ersten Baupläne für eine touristische Anlage eingerreicht.10 Jahre später begann der erste von vielen danach folgenden Baubooms. Heute verfügt Ca´n Picafort über mehr als 12.000 Hotelbetten. Jährlich kommen zehntausende Urlauber in den Ort, Tendenz ist steigend.

Im Jahre 1342 kaufte Juan Serra aus Sa Pobla ein Stück Land, das für damalige Verhältnisse nahe am Meer lag. Deswegen wurde es Marina genannt. Der reiche Herr legte den Grundstein für eine Posesion, die heute noch Son Serra de Marina heisst. Nach und nach entstanden die Gebäude, das Oratorium, eine Getreidemühle und im XVII. Jahrhundert ein Wachturm. Auf den weitflächigen Äckern und Feldern erwirtschaften die Bauern reiche Erträge aus Weizen, Mandeln und Johannisbrot. Die Pinienwälder des Gutes reichten bis weit über den Horizont. Nördlich von der Posesion entstand ab 1953 die Siedlung Son Serra, die schachbrettartig in die Landschaft gebaut wurde. Nach Ende des Franco-Regimes erwirkten Umweltgruppen ein Bauverbot. So ist Son Serra eine unvollendete Urbanisation geblieben, der vor allem im Winter etwas gespenstiges anhaftet. Der Baustop bewirkte, dass die Dünen und Pinienwälder zwischen Son Serra und der Colonia de San Pedro heute noch weitgehend unberührt geblieben sind. Der Nordostwind hat die Bäume niedergedrückt. Fast drängt sich der Eindruck auf, als ob sie sic mit ihren geknickten Ästen vor den wildgezackten Felsformationen der nördlichen Serra de Llevant verneigen, die auf der Halbinsel Ferrutx immerhin eine Höhe von 560 Metern erreichen. In regelmässigen Abständen stehen Obelisken zwischen den Sandwellen. Diese freistehenden kantiken und spitzen Säulen ragen in regelmässigen Abständen aus der Landschaft und vermitteln den Eindruck, dass sie stumme und stille Beobachter und Zeitzeugen sind.

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