Weinstrasse von Binissalem

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Die Region Binissalem ist eines der zwei offiziell autorisierten Weinanbaugebiete, die ihre Weine mit der „Denominació d´Origen“ auszeichnen dürfen, eine staatlich reglementierte Ursprungsgarantie die gleichzeitig eine Qualitätsgarantie ist. Heute werden auf rund 390 Hektar Reben angebaut, aus deren Most zu über 80% Rot- und Roséweine und nur etwa 20 % Weißweine gewonnen werden. In den Rotweinen muss mindestens zu 50 % die einheimische Rebe „Manto Negro“ und in den Weißweinen die „Moll/Prensal Blanc“- Rebe enthalten sein. Äußerst gerne werden die einheimischen Trauben mit der französischen Cabernet Sauvignon Traube liiert. Es ist engagierten Winzern zu verdanken, dass mallorquinische Weine sich auch bei Kennern der weltweiten Weinszene Ansehen errungen haben und von der Aufsichtsorganisation, dem „Consell Regulador“, mehrfach die Note „ausgezeichnet“ erhalten haben. Heute setzt man eher auf hohe Qualität für eine anspruchsvolle Kennerklientel als auf billige Landweine.

Besuchen wir nun auf der Binissalemer Weinstraße wichtige Winzer:  von Palma kommend fahren wir über die Autobahn Richtung Inca bis Santa Maria.

Direkt am Marktplatz von Santa Maria, der „Plaça Nou“ gelegen, finden Sie die Bodega „Jaume de Puntiró“. Der gesamte An- und Ausbau der Weine erfolgt konsequent nach den Richtlinien der ökologischen Landwirtschaft. Eine Spezialität ist der „Vi Dolç“, der an die Süssweintradition anknüpft: ein goldbrauner Wein, der während 12 Monaten in Eichenfässern sein kräftiges und warmes Aroma entwickeln konnte.

Wenn wir weiterfahren, treffen wir am Ortsende Richtung Consell auf der linken Seite auf die Bodega „Maciá Batle“. Bereits im Jahr 2000 listete der spanische „Gourmet“ Wein-Guide den „Maciá Batle Blanc de Blanc“ unter den besten Weinen Spaniens auf. 13-prozentig  und gewonnen aus der einheimischen Prensal Blanc / Moll-Rebe hat er ein fruchtiges und blumiges Aroma.

Von Santa Maria fahren wir jetzt in den Weinkeller Santa Eugenias, den wir unter dem Namen „Viña Taujana“ am Eingang des Dorfes ungefähr 50 Meter vor dem ersten Haus finden. Der „Negro“ aus dem Jahr 2001 oder auch der klassische „Moll“- Weißwein seien empfohlen; Sie bekommen aber auch einfachen guten Tafelwein direkt vom Fass.

Von Santa Eugenia geht es weiter nach Sencelles. Auf dem Landweg Camí del Horts finden Sie die Bodega „Vins ca sa Padrina“. Hier wird in Flaschen nur ein Wein verkauft, der Tinto „El Manto Negro“ und ein weiterer, ebenfalls sehr guter Roter im offenen Ausschank.

Die Bodega „Ca´n Ramis“ in Sencelles ist in der Dorfmitte auf einem Plätzchen ungefähr 50 Meter vom Kirchplatz entfernt. Der kräftige 2001er „Serral C´an Ramis“ wird spätestens jetzt nach einer Basis im Magen verlangen und vielleicht sollten Sie in das über dem Weinkeller gelegene gleichnamige Restaurant einkehren.

Auf halben Weg zwischen Sencelles und Binissalem liegt auf dem Land die Finca Son Roig, wo sich der Keller „Antoni Nadal Ros“ befindet. Seine Weine „Tres Uvas“  sind Cuvées aus den drei Rebsorten Manto Negro, Callet und Monastrell und für die Region typische Weine, die die Liebe von Don Antoni zur „Manto Negro“-Traube dokumentieren.

Nun fahren wir weiter nach Binissalem – das Weindorf schlechthin – und suchen die Bodega „Vins Nadal“ in der Calle Ramon Llull N° 2 auf. Jahrhunderte- wahrscheinlich jahrtausendealte Weinbautradition vereint sich hier mit moderner Weinbautechnologie. Bemerkenswert ist der Tinto „Albaflor Crianza“ Jahrgang 2001, der nur 9 Monate gelagert hat und durch sein ausgewogenes und vollmundiges Aroma nach mehr schmeckt und der „Merlot 110“, der neben der Manto Negro Traube die französische Merlot-Traube enthält und an reife rote Früchte erinnert. Es lohnt sich, den interessanten, in Sandstein gehauenen Fasskeller im alten Teil der Bodega anzuschauen.

Am Ortsausgang Richtung Consell liegt auf der linken Seite der führende Repräsentant für Binissalem, die Bodega „José L. Ferrer“. Sehr gut und sehr bekannt sind Ferrers Reserva und Criança-Weine, klassisch und aromareich, köstlich auch seine Schaumweine – die Cavas.

Zum Abschluß kehren wir in Consell ein und besuchen den Weinkeller der Schwestern Ribas; ihren Weinstöcken sagt man nach, sie haben die beste Lage Mallorcas. Die Bodega „Hereus de Ribas“ ist ein typischer mallorquinischer Gutshof aus dem 17. Jahrhundert. Die Ribas-Weine zählen seit Jahren zu den besten Weinen Spaniens und der „Ribas de Cabrera“ ist vielleicht der beste Wein Mallorcas, auf alle Fälle aber der unumstrittene Spitzenwein der Bodega, samtig weich und leuchtend rubinrot. Ein eindrucksvolles letztes Gläschen.

(Nachricht 10. September 2009)
Der diesjährige Weinfest, die mittlerweile berühmte Fiesta de Vermar in Binissalem findet zwischen dem 12. und dem 17. September statt. Wer noch nicht Binissalem besucht hat, dem bietet sich dabei eine gute Gelegenheit, die Stadt und seine Bodegas gleichzeitig zu besuchen. Salut!

(Nachricht 13. 2. 2005)
Für die mallorquinischen Bodegas repräsentiert der Exportboom u.a. nach Deutschland eine Tendenz, die bei der Weinproduktion willkommen ist. Der Weinexport aus Mallorca zeigt noch dazu eine direkte Verbindung zum Tourismus: je mehr Touristen Mallorca kennen, mehr werden die Landesprodukte auch zu Hause nachgefragt.

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