Alaró, eine idylische Stadt

242_alaro-2014
Alaro war schon immer reich an Wasser und verdankt seine Entstehung sicherlich der Quelle von Ses Artiques. Diese liegt an dem alten Weg nach Orient, gleich neben der gleichnamigen Posession, die zu den ältesten der Gemeide zählt.

Die ersten Häuser des Dorfes sind am Fuss des Berges errichtet worden. So entstand nach und nach der Ortsteil Los Damunts, dessen Ortskern die kleine idyllische Plaza ist, die nach den Helden Cabrit und Bassa genannt wurde. Die kleinen Häuser stehen dicht an dicht, viele von ihnen sind direkt in den Berg gebaut. Völlig deplatziert und viel zu gross wurde jedoch das ehemalige Gebäude der Guardia Civil gebaut, das seit 2 Jahrzehnten leer steht und an dem schon der Zahn der Zeit schwer genagt hat. Der Torrente de la Marantxa trennt Los Damunts und Los Davalls. Beide Ortsteile wurden bereits im XIV. Jahrhundert urkundlich erwähnt.

Um dieser Zeit soll man auch mit dem Bau der Kirche begonnen haben, die zu den ältesten der Insel zählt. Sie ist dem Sant Bartomeu geweiht. Das kirchliche Leben bestimmt den Kreislauf der Dorfes, dessen Höhepunkt das Osterfest ist.

Die Geschichte des kleinen Städtchens, das rund 4.000 Einwohner zählt, ist mit der des Castells eng verbunden. Die erste urkundliche Erwähnung fandt Alaró im Tagebuch von König Jaume I. Er schieb, dass “auf dem Weg nach Bunyola rechter Hand ein Castillo auf dem Berg namens Alaró liege”. Die sei die stärkste Festung im Königreich Mallorca.

Die vor 700 Jahren fast uneinnehmbare Bergfestung wurde mehrmals heiss umkämpft. Nachdem das Königreich Mallorca in die Gewalt der Aragonier überging, verfiel die Festung zur Ruine und wurde im XVIII. Jahrhundert zum Wallfahrtsort. Nicht nur die Alaroneses feiern die Mare de Deu del Castell.

Zur Zeit der Franko-Diktatur war Alaró ein stilles Dorf, in den Cafes und Bars wie “Protectora” und “Casino” sassen alte Männer und spielten Karten. Die Frauen dagegen bewaffneten sich früh morgens mit Detergentes und grossen Flaschen Lejia und zogen mit riesigen Körben schmutziger Wäsche zum Waschhaus. Sie verbrachten den ganzen Morgen dort und es ging immer sehr laut zu. Was wohl mehr ihr Leber verändert hat: die Waschmaschine oder die vielen Bars, die geöffnet worden sind?

Ende der 70er Jahre wurde der erste Pub, die “La Maquina”, eröffnet. Die Tische waren aus ausranchierten Nähemaschinen gefertigt. In Alaró sind trotz aller Supermärkte die alten Läden noch existent. Die Verkaufsräume sind Teile der Wohnung, die Öffnungszeiten richten sich nach den Bedürfnissen der Kunden. Ca´n Bou ist einer der legendären Läden, in dem es von Mottenkugeln über Fliegenklatsche so ziemlich alles zu kaufen gibt, was im Haushalt gebraucht wird.

Die Gemeindefläche von Alaró umfasst knapp 50 km2, die von grossen Posessionen bewirtschaftet wurden – Son Forteza, Son Garau, Son Pere Antoni liegen an der Strasse nach Lloseta. Zu den reichsten Posessionen gehört Ses Verger. Fast alle haben eigene Olivelölpressen, tafonas genannt. Mandelplantagen und Olivenhaine sowie Johannisbrot- und Feigenbäume bestimmen die Landschaft um Alaró.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.